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COSORE - Corporate Social Responsibility


 

NEWS
 

3.b Unternehmensexterne Gründe und Entwicklungen die für die Übernahme Sozialer Verantwortung durch Unternehmen sprechen
 
Zur Begründung warum die Soziale Verantwortung der Unternehmen in Deutschland thematisiert und umgesetzt wird, können externe Gründe, d.h. von außen (gesellschaftliche Entwicklungen, Politik, Bürger...) an die Unternehmen herangetragene Entwicklungen, Bedürfnisse usw. gesehen werden, wie auch unternehmens-interne Gründe, in der die Umsetzung der SV hautsächlich aus dem Nutzen der CSR für das Unternehmen heraus umgesetzt wird. Interne und externe Gründe können nicht als unabhängig voneinander betrachtet werden, sie bedingen sich teilweise gegenseitig.
 
Mit der Erwähnung der "Initiative Neue Qualität der Arbeit" wurde bereits auf bundesdeutsche Maßnahmen und Entwicklungen verwiesen, die eine Auswirkung auf das CSR-Verhalten der Unternehmen haben. Die Initiation und Weiterentwicklung gesellschaftlicher Debatten zur Zukunft der Arbeit die sich auf Gestaltungswünsche und –erfordernisse der Arbeitswelt von morgen beziehen, hat direkten Einfluss auf das Verhalten von Unternehmen. Weitere „deutsche“ Diskussionen, Initiativen u.ä., welche die Auseinandersetzung mit dem soziale verantwortlichen Handeln von Unternehmen fordern, sind z.B.:
 
 
Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft
 
Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft ist ein Zusammenschluss mehrer Personen aus Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Politik (z.B. Randolf Rodenstock, Wolfgang Clement, Arnd Oetker, Lothar Späth). Die Initiative basiert auf dem Gedanken, dass das bewährte Ordnungssystem der Sozialen Marktwirtschaft an die Umfeldbedingungen des 21. Jahrhunderts angepasst werden muss: an den globalen Wettbewerb, an die Herausforderungen der Informations- und Dienstleistungsgesellschaft, an die Veränderungen der Arbeitswelt und an den demografischen Wandel, der nachhaltige Auswirkungen auf unser Renten- und Sozialsystem hat. Es wird festgestellt, dass unser Wirtschafts- und Sozialsystem in der Bevölkerung an Zustimmung verloren hat. Nach einer Allensbach-Umfrage haben bundesweit nur 43 Prozent aller Befragten eine gute Meinung von der Sozialen Marktwirtschaft. Nur 41 Prozent empfinden sie als menschlich, nur 43 Prozent als gerecht. Vor allem den Unternehmen begegnen immer mehr Menschen mit Misstrauen. Auch mit den notwendigen Reformen werden von vorneherein sozialer Kahlschlag und Arbeitsplatzverluste verbunden.
Für die notwendigen Reformen unseres Wirtschaftssystems wird ein gesellschaftlicher Klimawechsel angemahnt. Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft will aufklären, wie unser Wirtschaftssystem funktioniert und eine breite gesellschaftliche Debatte darüber anstoßen, wie wir den Herausforderungen unserer Zeit begegnen können. Neue Wirtschaftspolitik heißt dabei: „Weniger ist mehr" - der Staat soll sich auf seine Kernkompetenzen beschränken, einen freien und fairen Wettbewerb garantieren. Weniger Bürokratie, kürzere Genehmigungsfristen und weitgehende Entlastungen bei Steuern und Abgaben schaffen Freiräume für die Eigeninitiative von Bürgern und Unternehmen.
 
 
Deutscher Bundestag - Enquete Kommission des bürgerschaftlichen Engagements
 
Die Enquete-Kommission möchte die öffentliche Debatte um "Unternehmerisches bürgerschaftliches Engagement" auch in Deutschland anregen und neue Initiativen in diesem Bereich fördern. Durch die Globalisierung der Wirtschaftsbeziehungen und der Verbreitung neuer Informations- und Kommunikationstechnologien vollzieht sich in der Wirtschaft ein grundlegender Wandel. Vor dem Hintergrund dieses Wandlungsprozesses bedarf es neuer Formen demokratischer Selbststeuerung und einer Ausweitung zivilgesellschaftlicher Potentiale. Dabei kommt auch den Wirtschaftsunternehmen eine neue Rolle zu. Aufgrund ihrer finanziellen, aber auch organisatorischen und informationellen Kompetenz können Unternehmen eine mobilisierende und unterstützende Funktion übernehmen. Sie können Rahmenbedingungen schaffen, um das Engagement ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu fördern und Möglichkeiten eröffnen, die die Übergänge zwischen Erwerbsarbeit und bürgerschaftlichem Engagement erleichtern. Damit neue Formen bürgerschaftlichen Engagements entstehen können, bedarf es der Kooperation verschiedenster Akteure: Unternehmen, Gewerkschaften, gemeinnützige Organisationen sowie engagierte Bürgerinnen und Bürger. Und nicht zuletzt sind auch entsprechende sozialpolitische Maßnahmen und rechtliche Neuregelungen (z.B. im Arbeitsrecht, im Steuerrecht) notwendig, um die Bedingungen für unternehmerisches bürgerschaftliches Engagement zu verbessern.
 
Die These, dass einzelwirtschaftliche Zweckrationalität und gesellschaftliche Wohlfahrt in unbedingter Harmonie zueinander stehen gilt als wiederlegt, durch eine Reihe drängender sozialer und ökologischer Probleme wie:
  • Arbeitslosigkeit
  • sich verschärfende soziale Ungleichheiten in den Industrienationen
  • Armut und fehlende Entwicklungsperspektiven in vielen Entwicklungsländern
  • globale Umweltprobleme
  • die noch nicht abschätzbaren Folgen moderner Technologien (Kern-, Bio-, Gentechnologie) (vgl. imug 1997, S. 13)

Dialoge 5: Trends, Werte, Ziele.
 
Dialoge 5 ist eine Untersuchungsreihe des "Stern" (vgl. Die Stern Bibliothek 1999) für gesellschafts- und wertbezogenes Marketing. Diese wird mit dem Leitgedanken durchgeführt, dass es für Unternehmen heute unverzichtbar ist gesellschaftliche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und sich rechtzeitig und systematisch auf sie einzustellen. Befragt wurden in einer repräsentativen Erhebung 7.525 Personen (mittels mündl. Interview anhand vollstrukturierten Fragebogens)
Bei der Frage wer (z.B. Wirtschaft, Gewerkschaften, Staat, Medien, Kirche usw.) sich in der Gesellschaft besonders um die folgenden Aufgaben kümmern sollte, meinten z.B.
  • 58 % Prozent, dass die Wirtschaft für die Förderung umweltfreundlicher Produkte und Verpackungen zuständig sind
  • 36 %, dass die Wirtschaft sich besonders für Förderung der Chancengleichheit von Männern und Frauen zuständig ist
  • 43 % meinten, dass die Wirtschaft auch im Besonderen für die Verringerung der Lärmbelästigung zuständig ist.

imug-Emnid 1996: Studie "Verbraucher und Verantwortung"
 
Präferenz für Produkte verantwortungsvoller Unternehmen
Produkte verantwortungsvoller Unternehmen würde ich:
  • immer: 26 %
  • oft: 30 %
  • manchmal: 12 %
bevorzugen
 
 
imug: Verantwortlich einkaufen – eine repräsentative Haushaltsbefragung Dez. 99
 
Bei dieser Studie wird deutlich, wie sozial verantwortliches Handeln der Unternehmen, die Kaufentscheidung von Konsumenten beeinflusst bzw. welche Bereiche den Konsumenten wichtig sind:
 
Gründe für die Bevorzugung von Unternehmen (bei denen, die verantwortliche Unternehmen zumindest manchmal bevorzugen)
  würde ich immer bevorzugen würde ich oft bevorzugen
Verzicht auf Kinderarbeit 53 % 83 %
Verzicht auf Tierversuche 47 % 77 %
neue Arbeitsplätze schaffen 39 % 83 %
Arbeitnehmerinteressen 39 % 78 %
Behinderte fördern 32 % 71 %
Integration von Ausländern 19 % 49 %

 
Mind-Studie 2001
 
In der ebenfalls repräsentativen Mind-Studie 2001 mit der Alleininhaber bzw. geschäftsführende Gesellschafter des Mittelstands befragt wurden, geben 58% der Befragten an, dass Unternehmer eine größere gesellschaftliche Verantwortung als andere Gesellschaftsgruppen tragen.
 
Auf europäischer Ebene geht es darum, wie CSR beitragen kann zur Realisierung des durch den Europäischen Rat in Lissabon 2000 vorgegebenen Ziels der Schaffung einer dynamischen wettbewerbsfähigen und durch sozialen Zusammenhalt geprägten wissensbasierten Wirtschaft (vgl. Europäische Kommission, Generaldirektion Beschäftigung & Soziales, S. 5). Hier geht es z.B. auch um Bereiche wie lebenslanges Lernen, Arbeitsorganisation, Chancengleichheit, soziale Eingliederung.
 
Weitere Organisationen, Wettbewerbe u.ä. die sich in Deutschland mit CSR beschäftigen werden im Anhang 1 beschrieben.
 
 
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Weitere Kapitel:
 
3.c Unternehmensinterne Gründe und (wirtschaftliche) Nutzenerwartungen begründet durch Umsetzung der SVU
4. Soziale Verantwortung und Corporate Citizenship eines deutschen Unternehmens am Beispiel der Siemens AG
5. CSR der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland
Anhang 1
Anhang 2
Quellenverzeichnis
 
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