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COSORE - Corporate Social Responsibility


 

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4. Soziale Verantwortung und Corporate Citizenship eines deutschen Unternehmens am Beispiel der Siemens AG
 
Der Beitrag der Siemens AG zur Umsetzung eines CSR-Konzeptes wird insbesondere dadurch deutlich, dass es sich als Corporate Citizen definiert und entsprechende Aktivitäten umsetzt. Siemens integriert in seinem Leitbild den Leitsatz "Wir tragen gesellschaftliche Verantwortung“. „Mit unserem Wissen und unseren Lösungen leisten wir einen Beitrag für eine bessere Welt.“ Heinrich v. Pierer (Vorsitzender des Vorstands der Siemens AG) betont die Überzeugung der Siemens AG, das „jedes Unternehmen als Teil der Gesellschaft auch die Verpflichtung hat seinen Part für das Gemeinwesen beizusteuern" (Siemens AG, Corporate Citizenship Report 2001). Siemens definiert seine Aufgaben im Bereich CC in den Gebieten:
  • Aus- und Weiterbildung,
  • Diversity,
  • Mitarbeiterorientierung,
  • Bildung und Wissenschaft,
  • Förderung sozialer Anliegen,
  • Kunst und Kultur.
Das Umweltengagement wird vom gesellschaftlichen Engagement abgrenzt und in separaten Berichten dokumentiert.
 
Maßnahmen im Bereich der Aus- und Weiterbildung
sind z.B. duale Studiengänge, die in direkter Zusammenarbeit mit einzelnen Hochschulen entwickelt werden; Maßnahmen zur Entwicklung der Schlüsselqualifikationen wie Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit, unternehmerisches Denken und Handeln in Prozessen; zur effizienten Nutzung der elektronischen Medien und internationale Zusammenarbeit; Qualifizierung durch ein fünfteiliges „Management Learning Program“ mit welchem Mitarbeiter und MitarbeiterInnen (MA) für Führungs- und Schlüsselpositionen qualifiziert werden; Qualifizierung der MA im E-Business usw.
 
Maßnahmen im Bereich Diverstity:
Um die Vielfalt der MA zu fördern, wurden Leitsätze, die "Guiding Principles for Promoting and Managing Diversity" entwickelt. Zur Umsetzung, etwa durch die Förderung ethnischer Minderheiten für qualifizierte Aufgaben, werden z.B. entsprechende Organisationen unterstützt. In Österreich wurde im Bereich IT-Qualifizierung ein erfolgreiches Qualifizierungsprogramm für sehbehinderte Menschen durchgeführt. Es geht weiter um die Herstellung von Chancengleichheit, durch Unterstützung bestimmter Bevölkerungsgruppen anderer Nationen durch Bildungsprojekte. Dazu gehört auch die Verbesserung der Arbeitssituation und Chancen der Frauen durch Projekte, speziell auch im technischen Bereich.
 
Maßnahmen im Bereich "Mitarbeiterorientierung":
Aktionen im Bereich der Gesundheitsvorsorge und Sicherheit, Sport und Freizeitangebote für Alle, Maßnahmen die der Vermittlung von Beruf und Privatem dienen (z.B. reduzierte Arbeitszeiten, arbeitsfreie Monate, Telearbeit, Beratungs- und Vermittlungsdienste in der Kinderbetreuung); Vorsorge für das Altern; Aktiensonderprogramme.
 
Maßnahmen im Bereich "Dialog":
Es wird davon ausgegangen, dass gesellschaftlich verantwortliches Handeln den Dialog braucht. Dieser wird mit der interessierten Öffentlichkeit, dem politischen Umfeld, Foren, Verbänden und Nichtregierungsorganisationen geführt. Hierzu gibt es etwa die SiemensForen mit Ausstellungen, Tagungen, Diskussionsrunden, Vergabe von Preisen. Ebenso Veranstaltungen an verschiedenen Standorten der Siemens AG. Es findet ein Engagement in verschiedenen Foren, Verbänden, Organisationen der verschiedenen Stakholder statt.
 
Maßnahmen im Bereich "Bildung und Wissenschaft":
Engagement an Hochschulen z.B. in Form der Unterstützung von Austauschprogrammen, Entsendung von Siemens-MA als Lehrbeauftragte, Knüpfung eines Netzwerks für die Forschung (KIN), Engagement in Schulen z.B. durch Wettbewerbe, Aufrechterhaltung von Stiftungen, Vergabe von Stipendien, Schenkungen usw.
Maßnahmen zur Förderung sozialer Anliegen: z.B. durch Unterstützung humanitärer Organisationen und Bildungseinrichtungen durch zur Verfügungsstellung von Fachwissen; materielle und finanzielle Ausstattung von Schulen, Spenden für Opfer von (Natur-)Katastrophen, Begründung von Funding-Programmen u.ä.
 
Maßnahmen im Bereich Kunst und Kultur:
z.B. Förderungen von Opern und Theater, Unterstützung von Dichtern und Autoren bei der Publikation ihrer Werke, Förderung von Musikveranstaltungen, sowie z.B. Aufrechterhalten von Stiftungen. Viele der Aktivitäten im den Bereichen bildende Kunst, darstellende Kunst, Musik sowie Zeit- und Kulturgeschichte sind im "Siemens Arts Program" zusammengefasst. (vgl. Siemens AG, Corporate Citizenship Report 2001)
 
Betriebliche Sozialarbeit
Ein weiterer Beitrag zur CSR in und durch die Siemens AG wird durch das Referat "Betriebliche Sozialarbeit" (BSA) geleistet. Die Betriebliche Sozialberatung bzw. die "MitarbeiterInnen-, Führungs- und Teamberatung" ist eine freiwillige Leistung der Siemens AG. Die Kernkompetenzen diesen Referats liegen im Bereich der sozialen Beziehungen und der Kommunikation und es trägt damit einen Teil zur Umsetzung der gesellschaftlichen Verantwortung der Siemens AG bei. Die Aufgaben der BSA liegen im Bereich sozialpädagogisch orientierter Teamberatung, -entwicklung, Kommunikationstrainings, Klimagruppen, Konfliktberatung, Führungsgespräche, wie auch im Bereich der Individualberatung bei (psycho-)sozialen Fragestellungen, wie z.B. Coaching, Beratung z.B. Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, in Fragen der Elternschaft, bei Krankheit, Pensionierung, Behinderung, psychosomatischen und psychischen Problemen, Suchtkrankheiten, familiären Schwierigkeiten und Partnerschaftskonflikten (vgl. Stoll 2001, S. 117ff.).
 
Mit der BSA sind Konzepte und Erfahrungen im Rahmen der CSR vorhanden, die sowohl die interne wie auch die externe Dimension der CSR ansprechen. Maßnahmen der BSA sind nicht nur nach innen in das Unternehmen gerichtet, und sprechen damit die interne Dimension der CSR an, sondern durch die Entwicklung von Konzepten wie "Switch" (in Zusammenarbeit mit dem Sozialreferat der Landeshauptstadt München), mittels dessen sich Führungskräfte aus der Wirtschaft sich für eine Woche als Mitarbeitende in eine soziale Einrichtung, z.B. im Bereich der Obdachlosen- oder Jugendhilfe integrieren; durch die Beteiligung an Zertifizierungsmaßnahmen zu einem familienfreundlichen Unternehmen, Lehr- und Vortragstätigkeiten an Universitäten und Fachhochschulen, Beteiligungen an bürgerschaftlichen Foren zu sozialen Themen usw. trägt die BSA ebenfalls zur externen Dimension der CSR bei.
 
 
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Weitere Kapitel:
 
5. CSR der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland
Anhang 1
Anhang 2
Quellenverzeichnis
 
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