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5. CSR der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland
 
Häufig stehen Großunternehmen, gerade wegen ihrer Größe - im Zentrum von Diskussionen und erschienen damit als besonders "wichtig" und zentral. Wenn man sich jedoch die Daten zu KMU (in Deutschland bis 499 MA) vor Augen hält, wird die immense Bedeutung von KMU deutlich. Damit zeigt sich auch welchen großen Beitrag kleine und mittlere Unternehmen zum Thema Soziale Verantwortung leisten können. 99,3% aller Unternehmen in Deutschland sind KMU, diese erwirtschaften 44,8% des gesamten Umsatzes. 69, 3% aller Beschäftigten sind in KMU beschäftigt (vgl. Hauser 2000).
Erst vor kurzem ist ein Bericht von der Europäischen Kommission herausgegeben worden, basierend auf Daten und Informationen der Partner des Europäischen Beobachtungsnetzes für KMU, welcher sich mit der europaweiten und länderspezifischen Sozialen Verantwortung von KMU beschäftigt. In diesem Rahmen wurden ca. 7600 KMU (bis 249 MA) aus 19 Ländern befragt (Europäische Union + Lichtenstein, Iceland, Lichtenstein, Norwegen und Schweiz)
 
Nach diesem Bericht
  • ist europaweit die Hälfte der europäischen KMUs bereits im Rahmen der Sozialen Verantwortung in verschiedenem Ausmaß tätig.
  • Für Deutschland gilt:
     
    Größe des KMU in MA Prozentanteil verantwortlich handelnder KMU
    0 - 9 53
    10 - 49 62
    50 - 249 74
    total 54

  • steht die Größe des KMU in Beziehung zur Sozialen Verantwortung: mit steigender Größe (0-9 MA, 10-49 MA, 50-249 MA) sind mehr Unternehmen aktiv, dies gilt auch für Deutschland
  • gibt es keinen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Sektor/Branche, in dem das Unternehmen tätig ist und der Sozialen Verantwortung
  • sind die Hauptfelder in denen die KMU tätig sind: Sport, Gesundheit, Soziales, Kulturelles
  • sind die Formen in denen dieses Engagement umgesetzt wird, Spenden (nicht nur finanzielle), auch in Deutschland stehen Spenden und Sponsorships an erster Stelle.
  • werden die sozialen Aktivitäten in den meisten Fällen "gelegentlich" und ohne Beziehung zur Geschäftsstrategie umgesetzt: 14% der europäischen KMU haben die SV bereits in ihre Geschäftsstrategie integriert und sind regelmäßig engagiert. In Deutschland gilt dies bereits für 24% der aktiven KMU.
  • besteht zwischen dem Alter des Unternehmen und der Sozialen Verantwortung ein signifikanter Zusammenhang. Von Unternehmen die älter als 5 Jahre sind, zeigen mehr Unternehmen Engagement als Jüngere. Die Unternehmen die mehr auf hohe Qualität und Innovation wie z.B. auf Wachstum oder höheren Profit setzten, zeigen mehr Engagement
  • wird die Hauptmotivation für das soziale Engagement in ethischen Gründen gesehen, dies gilt auch für Deutschland: die meist genannten Gründe sind 1. ethische, 2. Beziehungen zur Kommune, Kundenloyalität, die zwei letztgenannten werden neben den Beziehungen zu Geschäftspartnern in Deutschland häufig als Hauptnutzen genannt.
  • wird als Hinderungsgrund für das soziale Engagement weniger fehlende Ressourcen, als die Einstellung zum Thema gesehen, z.B. in Form des „noch nicht über das Thema nachgedacht haben“, oder dass keine Beziehung der SV zur Geschäftstätigkeit gesehen wird
  • möchten hinsichtlich des zukünftigen Engagements im Bereich Soziale Verantwortung diejenigen, die bereits aktiv sind, ihr Engagement beibehalten (73%) bzw. steigern (14%). 12% der noch nicht Aktiven ziehen Maßnahmen in Betracht bzw. planen diese. Für Deutschland gilt für die bereits Aktiven: Weiterbestand des bisherigen Engagements: 84%, Steigerung des Engagements: 8% (vgl. European Commission 2002, Observatory of European SMEs 2002).

Drei Beispiele für die junge speziell an KMU ausgerichtete Auseinandersetzung mit der unternehmerischen sozialen Verantwortung in Deutschland
 
Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (imug)
hat 2001 einen "Nachhaltigkeitsbericht: Ein Leitfaden zur Praxis glaubwürdiger Kommunikation für zukunftsfähige Unternehmen" (vgl. Clausen 2001) entwickelt, der besonders KMU bei der zusammenfassenden Berichterstattung über ökonomischen Erfolg, soziale Gerechtigkeit und ökologische Verträglichkeit unterstützt.
 
 
UPJ: Bundesinitiative "Unternehmen: Partner der Jugend".
Die Bundesinitiative "Unternehmen: Partner der Jugend" wird vom Bundesjugendministerium und einigen Länderministerien und regionalen Stiftungen gefördert und u.a. vom Club Of Rome und von der Bundesvereinigung der deutschen Arbeitsgeberverbände unterstützt. Sie initiiert, recherchiert und begleitet seit 1996 Kooperationen zwischen Jugendhilfe und Wirtschaft. Ziel war und ist die Entfaltung innovativer Kooperationsformen, die über Einmalspenden und Sponsoring hinausgehen und eine große Bandbreite ganz unterschiedlicher Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen sozialer Arbeit und vor allem kleiner und mittlerer Unternehmen erproben.
Formen des Engagements sind z.B.: Bereitstellung von Geld- und Sachmittel; Öffnung von Vertriebs- und Beschaffungswegen, Bereitstellung der Unternehmenslogistik; Zeit, Know-how; Einsatz eigener Kontakte, Lobby für Gemeinwesenorganisationen bzw. für Anliegen im Gemeinwesen; Aufträge an gemeinnützige Organisationen, geschäftliche Partnerschaften mit gemeinnützigen Organisationen; Errichtung einer eigenen Unternehmensstiftung; Beteiligung an Bürgerstiftungen, Förderfonds, Spendenparlamenten; Bereitstellung zusätzlicher Praktikums-, Beschäftigungs-; Qualifizierungsmöglichkeiten (vgl. Damm/Lang 2001, S. 33).
 
 
Initiative Freiheit und Verantwortung
Um das Verantwortungsbewusstsein der Unternehmen gegenüber dem Gemeinwesen weiter zu fördern und öffentlich zu dokumentieren, hat die deutsche Wirtschaft unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Johannes Rau die "Initiative Freiheit und Verantwortung" gestartet. Sie wird getragen vom Bundesverband der Deutschen Industrie, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag, dem Zentralverband des Deutschen Handwerks und der WirtschaftsWoche. Die Initiative vergibt einmal im Jahr zur Würdigung gesellschaftlichen Engagements den Preis "Freiheit und Verantwortung". Die Initiatoren gehen davon aus, dass das Potential für gesellschaftliches Engagement von Unternehmen in der Bundesrepublik Deutschland groß ist und beziehen sich im Besonderen auch auf KMU:
 
"Viele der für unser Land so charakteristischen mittelständischen Betriebe engagieren sich seit langem vor Ort auf vielfältige Weise. Ohne sie wären viele Initiativen und Aktivitäten von Vereinen und bürgerschaftlichen Initiativen nicht denkbar. Die Initiative ‚Freiheit und Verantwortung’ setzt sich das Ziel, das vorhandene Potential noch stärker auszuschöpfen und so einen Beitrag dafür zu leisten, dass unternehmerische Freiheit und Soziale Verantwortung als zwei Seiten einer Medaille wahrgenommen werden." (vgl. www.wiwo.de/www/fuv/hintergrund.htm).
 
 
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