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5. CSR der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland (Fortsetzung)
 
CSR der KMU im Großraum München
 
Um einen ersten Einblick zu erhalten, ob und inwiefern das Thema Soziale Verantwortung für die KMU im Großraum relevant ist, wurde im Rahmen des Projektes COSORE ein diesbezüglicher Fragebogen entwickelt (s. Datei Fragebogen). Der Fragebogen wurde aufgrund der inzwischen bekannten Abneigung der häufig mit Fragebögen überschütteten Unternehmen möglichst kurz gehalten. Sinn und Zweck des Fragebogens war nicht nur einen ersten Einblick über SV in KMU zu erhalten, sondern auch damit erste Kontakte zu KMU knüpfen zu können, sie zu einer weiteren Zusammenarbeit, damit zu einem intensiveren Informationsaustausch und zu einer Teilnahme an der Testphase von den im Rahmen von COSORE entwickelten Instrument motivieren zu können.
 
Die Resultate des Fragebogens "Soziale Verantwortung der kleinen und mittleren Unternehme" werden im Folgenden dargestellt:
 
A n m e r k u n g:
Die Graphiken sind verkleinert dargestellt - zum Vergrößern bitte anklicken

 
 

 
 
Die Europäische Kommission zur Sozialen Verantwortung in KMU und die Reaktionen deutscher Unternehmensvertreter:
 
Nach Meinung der Europäischen Kommission (EK) wird das CSR-Konzept bisher hauptsächlich von einer Reihe großer und multinationaler Unternehmen umgesetzt, sie geht aber davon aus, dass das CSR-Konzept für alle Arten von Unternehmen - von den KMU bis zu den multinationalen Unternehmen - in allen Wirtschaftssektoren, wichtig ist. Nach der EK ist es unerlässlich, dass sich das Konzept auch in den KMU, einschließlich der Kleinstunternehmen, stärker etabliert, da diese Unternehmen den größten Beitrag zur Wirtschaftsleistung und Beschäftigung leisten. Sie sieht, dass zahlreiche KMU bereits sozial verantwortlich handeln, insbesondere durch ein Engagement auf der Ebene lokaler Gemeinschaften, doch kann ihrer Meinung nach eine weitere Sensibilisierung und Verbreitung von „Good Practice“ dazu beitragen, dass das Konzept der sozialen Verantwortung sich in diesen Unternehmen noch stärker etabliert (vgl. Europäische Kommission, Generaldirektion Beschäftigung und Soziales 2001, S. 8)
 
Diese Äußerungen der Europäischen Kommission im Rahmen des Grünbuchs zur sozialen Verantwortung der KMU, sind von den deutschen Verbänden der KMU nicht unkommentiert geblieben:
 
So weisen der Zentralverband des Deutschen Handwerks, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Verband der chemischen Industrie und der Bundesarbeitgeberverband Chemie (BAVC) darauf hin, dass nicht missachtet werden darf, dass die KMU bereits vielerorts sozialverantwortlich tätig sind, sich darüber aber teilweise nicht bewusst sind. Zudem muss ihrer Meinung nach in den folgenden Diskussionen und Konzeptentwicklungen darauf geachtete werden, dass den Besonderheiten (z.B. Branche, Region, Unternehmensstruktur, Arbeitsorganisation) der KMU entsprochen wird und die Unterschiedlichkeiten miteinbezogen werden.
Es wird betont, dass das zentrale Moment einer Weiterentwicklung der SV in KMU die Good-Practice-Sammlung, entsprechende Veröffentlichungen und Veranstaltungen sind. Damit könne die Aufmerksamkeit für die Erfolge sozial verantwortlichen Handelns von Unternehmen und anderen gesellschaftlichen Akteuren gesteigert werden. Dabei sollte dar in den Unternehmen vorhandene Ideenreichtum und die Kreativität der Beschäftigten in Unternehmen gefördert und genutzt werden.
Des weiteren erfolgt der Hinweis, dass sich erstens Konzepte der CSR von GU nicht auf KMU überstülpen lasen, und zweitens, dass die im Grünbuch geforderte Sozialberichterstattung und soziale Auditierung als Pflicht, bei der ohnehin hohen administrativen Belastung von KMU, völlig undenkbar ist (vgl. "Responses to the consultation on the Green Paper on CSR" 2001/2002).
 
Obwohl oder gerade weil?! - wie in den vorherigen Abschnitten dargestellt - KMU in einem gewissen Maße bereits Soziale Verantwortung übernehmen, kann erst in jüngster Zeit in Deutschland festgestellt werden, dass Äußerungen, Forderungen und Diskussionen zur Sozialen Verantwortung der Unternehmen nicht mehr nur im Rahmen der (Bedingungen der) Großunternehmen geführt werden. Verstärkt vollzieht sich die Verantwortungsdiskussion auch bezogen auf KMU.
 
Zum einen natürlich auf der Basis, auf die oben bereits Bezug genommen wurde: das Bedürfnis nach (mehr) SV wird von außen genauso an die KMU, wie auch an die GU herangetragen.
 
Zum anderen wird bewusst, dass KMU bereits ihre Soziale Verantwortung umsetzen, und diese Best Practice Modelle kommuniziert werden können bzw. sollen und damit
  • die erforderliche und erwünschte Nachahmung durch andere KMU provoziert werden kann
  • wie auch unterstützende, branchenübergreifende Leitfäden für die Implementierung, Umsetzung, Wirkungskontrolle usw. entworfen werden können
Steht das verantwortliche Handeln von KMU mehr im Zentrum, sowohl im Zentrum der KMU selbst wie auch der sonstigen Rahmenbedingungen schaffenden Institutionen, muss entsprechend auch tatsächlich eine Diskussion stattfinden, die den realen Bedingungen der KMU entspricht, bzw. auf eine Veränderung der Rahmenbedingungen hingearbeitet werden, die auch die Bedingungen zugunsten der Übernahme von SV bewirken.
 
 
Zusammenfassung
 
Es wurde aufgezeigt, dass in Deutschland derzeit eine intensive Debatte zur CSR geführt wird. Diese kann derzeit zu großen Teilen unter dem Begriff Corporate Citizenship subsumiert werden (externe Dimension). Genauso werden aber auch Überlegungen dazu angestellt, welche Schritte und Inhalte mit Bezug zur internen Dimension der CSR vollzogen werden müssen, um dem Wandel und Aufbruch in eine „neue Arbeitswelt“ bewältigen zu können. Die externe und interne Dimension sind dabei nur bedingt und theoretisch voneinander abgrenzbar. Die z.B. zuvörderst nach außen gerichteten Maßnahmen, haben auch Effekte nach innen in das Unternehmen (z.B. Personalentwicklung durch CC)
Speziell für KMU kann festgestellt werden, das CSR in KMU ein nahezu nicht thematisiertes Gebiet ist. Erst in jüngster Zeit befassen sich vereinzelt Organisationen, Initiativen und Studien mit dieser Thematik, mit dem Bestreben, Netzwerke zu installieren und Good Practice Beispiele zu sammeln, das (in der Praxis) bereits stattfindende Engagement zu kommunizieren und zur Nachahmung anzuregen. Dabei wird die Thematisierung der CSR in KMU unterstützt durch Anforderungen in der deutschen Gesellschaft, die grundlegend eine verstärkte Auseinandersetzung mit sozial verantwortlichen Maßnahmen durch Unternehmen erfordert.
Trotz der bisher kaum geführten öffentlichen Debatte, kann für KMU nicht gesagt, werden, dass bisher keine sozial verantwortlichen Maßnahmen umgesetzt wurden, vielmehr kann festgestellt werden, dass häufig bestimmte Aktivitäten umgesetzt werden, diese aber vom Mittelstand nicht als zu dem CSR-Konzept zugehörig verstanden werden oder mit dem Begriff Corporate Citizenship in Verbindung gebracht werden. Dies resultiert zum einen aus der bisher kaum öffentlichen und systematisch geführten Debatte zu diesem Thema, wie auch daraus und damit in Verbindung stehend, dass in wenig Unternehmen die sozial verantwortlichen Maßnahmen, als Konzept in die Geschäftstätigkeit integriert ist bzw. auch wenig Kenntnisse, Erfahrungen, Vorgehensbeispiele in diesem Zusammenhang vorhanden sind.
 
Aus den vorstehend beschriebenen Sachverhalten lässt sich die Notwendigkeit des Projektes COSORE begründen und als Projekt "seiner Zeit" verstehen:
COSORE kann in diesem Zusammenhang zum einen als ein Beitrag zur Bewusstseinserweiterung zum Thema CSR (in KMU) verstanden werden, als Unterstützung der national wie europäisch geführten jungen Debatte zur Sozialen Verantwortung der KMU.
COSORE kann als Bestandteil des intendierten Aufbaus der vielerorts geforderten und beabsichtigten Netzwerke zur Unterstützung der Umsetzung von CSR in KMU beitragen. Zum einen durch den Aufbau regionaler Netzwerke in den jeweiligen Projektpartner-Ländern, zum anderen wird COSORE an sich, Bestandteil eines sich überregional bildenden Netzwerkes. Durch die Integration der verschiedenen Partner des sozialen Dialogs im regionalen Netzwerk, trägt COSORE seinen Teil zur Intensivierung des sozialen Dialogs bei.
Wie vorstehend bereits erwähnt wurde, wird vielerorts die Bedeutung von Good-Practice-Beispielen hervorgehoben. COSORE kann - durch die Erprobung der im Projekt entwickelten/zu entwickelnden Instrumente in verschiedenen Unternehmen – solche Good-Practice-Beispiele hervorbringen und ermöglicht die branchen- und nationenübergreifende Nachahmung.
COSORE kann damit auch als ein wichtiger Beitrag dazu verstanden werden, das CSR-Konzept auf systematische Weise in die "eigentliche" Geschäftstätigkeit der KMU zu integrieren um damit ein auf Dauer angelegtes sozial verantwortliches Handeln der Unternehmen zu unterstützen.
 
 
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Weitere Kapitel:
 
Anhang 1
Anhang 2
Quellenverzeichnis
 
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